ABSORBER

Evij

EVIJ - ABSORBER

Vernissage
27. Juni 2019, 19 UHR

Ausstellungsdauer
27. Juni – 07. Juli 2019

Öffnungszeiten

Di & Do von 9 bis 18 Uhr
Mi & Fr von 9 bis 16 Uhr
Sa & So von 13 bis 17 Uhr
Sa, 06.07.2019 und weitere Tage nach Vereinbarung

Text zur Ausstellung

von Undine Rietz

Wo beginnt die Malerei und wo endet sie? In der Theorie handelt es sich bei den Arbeiten des Künstlers Evij um Malereien, jedoch ohne, dass ein offensichtlicher Pinselstrich, eine malerische Haptik, zu erkennen ist. Die Malereien verbergen sich hinter Handwerk, Experiment und Form und spiegeln sich in der Praxis durch Material und Licht. Der Begriff »Absorption« findet in den Wissenschaftsbereichen Chemie, Physik, Mathematik und Logik Verwendung. Betrachtet man die Werkreihen des Künstlers, so lassen sich die Auswirkungen des Absorbierens jedoch am ehesten aus einem physikalischen Kontext heraus erklären.

Die Ausstellung ABSORBER zeigt Malereien aus dem Blickwinkel optischer und mechanischer Prozesse. Die Werkserie »Diabolo« leitet sich begrifflich von der Bezeichnung für die Projektile der Luftpistole ab, die Evij als Werkzeug zur Bildkonfiguration nutzt. Aus einer Entfernung – abhängig von Größe und Material zwischen 1,5 und 3 m – zielt der Künstler auf eine quadratische, verhältnismäßig kleine Grundfläche. Das beschossene Material – eine mit Ölfarbe beschichtete Leinwand – zeigt das Moment des Einschlags, der in malerischer Weise konserviert wird. Hier tritt ganz offensichtlich die physikalische Gesetzmäßigkeit, von welcher sich der Ausstellungstitel ableitet hervor: die Projektile werden aufgenommen – absorbiert – und ihr Aufprall als Welle festgehalten. Diesem determinierten mechanischen Prozess steht der Zufall gegenüber. Trotz Übung in der Nutzung einer Luftpistole erschafft Evij das Endprodukt im Rahmen eines einkalkulierten Fehlerpotentials. Die abstrakte Malerei der »Diabolo«-Serie, als Produkt einer konzept-künstlerischen Herangehensweise, vereint schließlich eine enorme Brutalität mit banaler Zerbrechlichkeit.

Von experimenteller Natur und physikalischen Beobachtungen im Bereich der Optik leitet sich auch die Werkserie »Diffusor« ab. Eine weiße Grundfläche aus Alu-Verbundplatten oder Holz bildet die Basis dieses optischen Experiments. Nach dualem Prinzip werden die »Diffusor«-Arbeiten einseitig mit variierenden Grundfarben versehen. Den farbigen Flächen stehen stets strahlend Weiße gegenüber. Durch eine intensive Lichteinstrahlung – natürlicher wie künstlicher Quellen – gewinnt das Objekt an Eigendynamik. Die Grundfarben werden auf dem weißen Grund reflektiert und die ursprünglich harten Farbkanten verbinden sich zu einem weichen Farbverlauf.

Des Weiteren lässt sich das Spektrum der »Diffusor«-Serie auch auf raumspezifische Installationen erweitern. Diese stehen jeweils in unbedingter Abhängigkeit zum Ausstellungsort. Für die Ausstellung ABSORBER im FANG entstanden eine Fenster-Installation und eine raumgreifende, teils begehbare Arbeit, die das Prinzip der Farbspiegelung aufgreifen. Die Gesetzmäßigkeiten der Optik und die geraden Formen, welche der Präzision des Handwerks geschuldet sind, verlieren sich schließlich in einer sinnlichen Wahrnehmung, die mithin, befreit vom Inhalt, die Form und das Experiment der gezeigten Malereien in den Fokus rücken.

Evij (geb. 1989 in Kant/Kirgisien) studiert seit 2015 in der Klasse Bildende Kunst von Prof. Helmut Mark an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Von 2010 bis 2015 absolvierte er einen Bachelor of Arts im Fachbereich Kunst an der Hochschule für Kunst, Design und populäre Musik (hKDM) in Freiburg. Ausstellungen in Nürnberg, Bonn, Berlin, Hamburg, Freiburg, Leipzig sowie in Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden begleiten sein Schaffen. Er lebt und arbeitet in Leipzig.

Ausgewählte

Arbeiten

Vita

EVIJ

1989
geboren in Kant/Kirgisien

seit 2015
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Klasse Bildende Kunst, Prof. Helmut Mark und Kilian Schellbach

2010 – 2015
Bachelor of Arts, Fachbereich Kunst, Hochschule für Kunst, Design und populäre Musik (hKDM), Freiburg
Professoren: Ben Hübsch, Andrea Mihaljevic, Nikolaus Bischoff

lebt und arbeitet in Leipzig

Ausstellungen
(E – Einzelausstellung)

2019
ABSORBER, Fang Studio, Leipzig [E]
mehrzahl, Werkschau-Halle, Spinnerei Leipzig
ALLE HABEN ANGST. WIR AUCH. , Laden fuer Nichts, Leipzig

2018
REFLEKTOR, Wohneinheit IV, Lindenow, Leipzig [E]
ON SPACE, Edel Extra, Nürnberg

2017
TANDEM, ZIP, Basel (CH) [E]
ABATTRE LES MURS, Kunst Raum Riehen, Riehen (CH)
49 contemporary artists, EnterArtFoundation (EAF) @ Kantgaragen, Berlin
MOMENTUM, Galerie Kunstraum 21, Bonn
Gang 3, Kunsthaus L6, Freiburg
GOPEA 55 kunstwerken uit Duitsland, Villa de Bank, Enschede (NL)

2016
Diffusor, level one, Hamburg [E]
Kühli, Eschholzstr. 90, Freiburg
Start55, Galerie Hase 29, Osnabrück

2015
24, Pförtnerhaus, Freiburg
The Worlds They Wanted (Regionale 16), HeK, Basel (CH)
We are Nowhere But Here (Regionale 16), L6, Freiburg
Transporter, Pop-Up-Ausstellung im Transporter, Freiburg (DE)
Zwischenraum, WG-Ausstellung, Freiburg
art’s birthday, E-Werk, Freiburg

2014
Alles hat ein Ende, Ausstellungsraum Milz, Freiburg
Ein kleines Wirrwarr, Ausstellungsraum Milz, Freiburg
Mixer, Ausstellungsraum Stilz, Freiburg
Herd, Ausstellungsraum Stilz, Freiburg
Show, Showed, Shown, (Le Manoir de la Ville de Martigny (CH), Kollaboration mit Caroline von Gunten

2013
SAUF, Schaufenster, Seléstat (FR) / Kollaboration mit Julien Fettkötter [E]
Introducing:: 12, Kulturwerk T66, Freiburg [E]
Hotel Californa, Kunstverein Offenburg
Gelb spielt keine Rolle, Außenstelle HBK Saar, Handwerkergasse im Weltkulturerbe Völklinger Hütte in Völklingen

2011
KLASSE, Georg-Scholz-Haus, Kunstforum, Waldkirch

Arbeiten im öffentlichen Raum

2019
ARCO, Charco del Palo, Lanzarote (ESP)

2018
APOLLO, Reading the Cities, Wilhelm-Leuschner-Platz, Leipzig

2016
adio, temporäre Intervention im öffentlichen Raum in Athen (GR)

2015
Inv/Ed, Skulptur für den Wentzingerplatz, Ehrenkirchen

2012
Hypotenuse (cntr_3_3d_001), Wandarbeit im Treppenhaus des Gebäudekomplexes (Parkhaus, Sprachschule, Tanzschule), Erbprinzenstraße 1, Freiburg
Dreieck im Vier-Vierteltakt, Tiengen

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